Wenn du einen Vertrag abschließt, musst du geschäftsfähig sein. Das gilt auch, wenn du im Internet shoppst, dich in Communities anmeldest oder dir eine E-Mail-Adresse zulegen möchtest. Bei Erwachsenen über 18 Jahre ist das kein Problem. Es wird unterschieden zwischen diesen drei Kategorien:

  • voll geschäftsfähig
  • beschränkt geschäftsfähig
  • geschäftsunfähig

Kinder, die noch unter 7 Jahre alt sind, dürfen ohne die Zustimmung der Eltern keine Verträge abschließen – sie sind geschäftsunfähig

Deine Eltern sind über 18 Jahre alt und damit voll geschäftsfähig. Daher dürfen sie Verträge aller Art abschließen.

Du bist beschränkt geschäftsfähig, weil du zwischen 7 und 17 Jahre alt bist. Für die meisten Verträge müssen daher deine Eltern ihre Zustimmung geben. Es sei denn, das Geschäft bietet dir einen Vorteil. Ein Vorteil stellt dabei kein „Schnäppchen“ dar, sondern wenn du keine Gegenleistungen erbringen musst. Das ist z.B. bei einem Geburtstagsgeschenk der Fall.

Wenn du Taschengeld bekommst, kannst du mit diesem Geld auch allein einkaufen, allerdings keine Abos abschließen. Außerdem haben deine Eltern das Recht, Dir zu verbieten, bestimmte Dinge, die sie nicht gut finden, von deinem Taschengeld zu kaufen, zum Beispiel freizügige Klamotten. Auch bei teuren elektronischen Geräten wie Spielekonsolen müssen deine Eltern zustimmen, auch wenn du das Geld selbst angespart hast.

Wenn man im Internet einkauft, kann es hin und wieder passieren, dass es Probleme gibt. Zum Beispiel kann es sein, dass die bestellte Hose mit einem Loch ankommt, die Farbe doch nicht so gut aussieht oder sie viel zu groß ist. Muss ich die Hose dann trotzdem behalten?

Widerrufsrecht

Wenn du etwas online kaufst, kannst du es dir natürlich vorher nicht genau angucken und weißt nicht, ob du es auch wirklich magst und kaufen willst. Deswegen besagt das Gesetz, dass du – bzw. deine Eltern – Verträge, die du im Internet abgeschlossen hast, innerhalb von 14 Tagen ohne Begründung schriftlich widerrufen kannst. Das gilt allerdings nicht gegenüber Privatverkäufern. Außerdem gibt es ein paar Ausnahmen. Beispielsweise kann der Kauf von leicht verderblichen Lebensmitteln nicht widerrufen werden. Das Gleiche gilt für Songs oder Filme, die du schon gehört und gesehen hast.
Wann aber beginnt so eine Frist? Die Frist beginnt erst, wenn deine bestellten Waren komplett angekommen sind. Wenn du dir zum Beispiel mit Erlaubnis deiner Eltern eine Spielekonsole mit den dazugehörigen Controllern und Kabeln bestellst, beginnt die Frist erst, wenn das letzte notwendige Teil zum Einsatz der Spielekonsole bei dir ankommt.
Die Portokosten für den Rückversand werden von vielen Händler übernommen. Sie machen das, damit du auch weiterhin gerne bei ihnen einkaufst. Das nennt man Kulanz. Die Händler sind nach dem deutschen Rechts allerdings nicht dazu verpflichtet, die Kosten für den Rückversand zu übernehmen, eigentlich müsste du das selbst bezahlen.

Gewährleistungsrecht

Vielleicht kennst du ja auch diese Situation: Du bestellst etwas im Internet, freust dich tagelang auf die Lieferung und dann ist es kaputt, wenn du es auspackst. Aber wer ist in diesem Fall für den Schaden verantwortlich? Du bist es jedenfalls nicht! Geht beim Transport deiner Ware etwas kaputt, muss der Händler diese ersetzen oder reparieren. Das gleiche gilt auch, wenn die Ware schon vor der Lieferung kaputt war. 

Was passiert aber, wenn zum Beispiel deine neue Spielekonsole schon nach einigen Tagen den Geist aufgibt? Kann der Verkäufer dann nicht einfach sagen, dass du etwas falsch gemacht hast? Nein, generell gilt nämlich: Produkte, die innerhalb der ersten sechs Monate kaputtgehen, waren bereits bei der Lieferung defekt. Es gilt also auch hier das Gewährleistungsrecht.

Auch kostenlose Apps können am Ende teuer werden. Bist du bereit, echtes Geld für virtuelle Gegenstände in Online-Games zu zahlen? In App-Stores kannst viele Spiele für umsonst herunterladen, sog. Freemium-Games. Das Herunterladen der App ist zwar kostenlos, allerdings wurden die Spiele oft so entwickelt, dass du dafür im weiteren Spielverlauf Geld bezahlen musst, z. B. für neue Level, mehr Leben oder eine bessere Ausrüstung.

Diese Extras kosten scheinbar wenig Geld, aber man kann schnell den Überblick verlieren und am Ende eine Menge Geld dafür ausgeben. Das Ergebnis ist dann eine erschreckende Rechnung.

Wie du unter Geschäftsfähigkeit bereits erfahren hast, kannst du Geschäfte ohne Einwilligung der Eltern erst mit 18 Jahren abschließen. Vorher brauchst du immer die Genehmigung deiner Eltern, damit der Vertrag wirksam wird.

Hast du ein eigenes Smartphone und tätigst in einer App einen Kauf, ohne vorher deine Eltern zu fragen, darf der Anbieter eigentlich kein Geld von dir verlangen, weil du nicht eigenständig ein Geschäft tätigen darfst. Trotzdem kommt am Ende des Monats dann die Handy-Rechnung zu dir nach Hause und deine Eltern sehen, dass zusätzliche Gebühren angefallen sind.

Einen Musterbrief, den deine Eltern in einem solchen Fall als Vorlage verwenden können, findet ihr hier: Musterbrief der Verbraucherzentrale.

App-Käufe mit dem Smartphone?

  • Am besten ist es natürlich, wenn deine Eltern erst gar nicht teure Rechnungen bekommen. Daher solltet ihr euch gemeinsam darüber unterhalten, wie deine App- oder Internet-Nutzung aussehen soll und wo ihr eure Grenzen ziehen möchtet.
  • Hast du einen eigenen App-Store-Account, kannst du mit deinen Eltern besprechen, ob du einen festen monatlichen Betrag, z. B. von deinem Taschengeld, für App-Käufe ausgeben darfst. So hast du immer im Blick, wieviel Geld du noch für Spiele und Erweiterungen übrig hast.
  • Es gibt die Möglichkeit, die In-App-Käufe direkt auf deinem Smartphone zu deaktivieren. Hier gelangst du zur Anleitung für den App Store und den Play Store: Anleitung zur Deaktivierung der In-App-Käufe.

Hier erfährst du, was sich hinter der Abkürzung AGB versteckt. AGB steht für Allgemeine Geschäftsbedingungen. Das sind Bedingungen für einen Vertrag, den du mit einem Anbieter oder Verkäufer abschließen kannst. Sie kommen in sehr vielen Verträgen vor und werden vom Anbieter bestimmt. Die AGB gehören aber nur zum Vertrag, wenn der Verkäufer ausdrücklich gesagt hat, dass sie dazu gehören und du als Käufer zugestimmt hast.

Was steht in den AGB?

In den AGB wird ausführlich dargestellt, wie die Vertragsbeziehungen gestaltet sind. Hierzu können zum Beispiel gehören:

  • Rücktritt vom Vertrag
  • Lieferung
  • Eigentumsvorbehalt
  • Gewährleistung
  • Haftung

Auch ist die Datennutzung ist natürlich ein wichtiges Thema. Diese ist in der Regel in gesonderten Datenschutzrichtlinien aufgeführt. Mehr zum Thema Datenschutz, findest du hier.

Viele Angebote im Internet erscheinen auf den ersten Blick gratis und vor allem harmlos. Doch dahinter kann eine Kostenfalle stecken. Das kannst du dir so vorstellen: Firmen, die auf hinterhältige Art ans schnelle Geld kommen wollen, denken sich coole Themen aus, die du vielleicht interessant findest. 

Gratis-Spiele, IQ-Tests, Hausaufgaben oder Gewinnspiele sind üblich bei solchen Abzockerseiten. Wenn du dir also bei bestimmten Seiten unsicher bist, frage besser deine Eltern oder deinen Lehrer um Rat oder gib den Namen der Firma bei Google ein und schau dir an, was andere Internetnutzer über diese Firma schreiben.

Damit Du nicht in eine Abzockfalle gerätst, lasse am besten die Finger weg von Anmeldeformularen, wenn du dir nicht wirklich sicher bist, dass du dieser Seite vertrauen kannst. 

Merkwürdige E-Mails, die in deinem Postfach landen und deren Absender du nicht kennst, solltest du sofort löschen, ohne sie vorher zu öffnen. 

Wenn du in eine Abzockfalle geraten bist, kannst du Folgendes tun:
  • Ignoriere die Rechnung nicht!
  • Trau dich und sprich deine Eltern, Freunde oder andere Vertraute an. Sie wissen, wie du aus so einer Situation herauskommst.
  • Zahle die Rechnung nicht, wenn du dich betrogen fühlst. Denn wenn jemand von dir Geld für ein Abo haben will, so muss diese Person dir nachweisen, dass es zu einem rechtsgültigen Vertragsabschluss gekommen ist.
  • Wenn du unter 18 Jahren bist, müssen deine Eltern mit diesem Abo einverstanden sein und erst dann müsst ihr zahlen.
  • Du solltest das Abo nicht kündigen. Eine Kündigung ist eine Bestätigung dafür, dass ein Vertrag geschlossen wurde und bindet dich an dessen Vorgaben.
  • Lass es nicht zu einem unnötigen Briefwechsel kommen. Es reicht, wenn ihr der Rechnung schriftlich widersprecht.